Just trust

Foto: René Schué, pixabay

Manchmal kann es so einfach sein.
Ich habe nicht gesucht und trotzdem gefunden.
Und zwar bei einem meiner vielen Spaziergänge, mitten zwischen vielen kleinen Regenpfützen, die sich auf dem gefrorenen Untergrund gesammelt hatten und kleine Seen auf einer großen Eisfläche bildeten. Mehrmals haben meine Füße den Halt auf dem nassen, glatten Boden verloren und ich wäre fast der Länge nach hingeknallt. Sogar der Hund, der sich sonst mit natürlicher Eleganz durch jedes Gelände bewegt, ist ein bisschen vor sich hin geschlittert, was ganz drollig, aber auch etwas riskant aussah…
Als hätte jemand erkannt, dass ich dringend einen Halt brauche, hatte ich- schwupps- diesen kleinen, prägnanten Satz in meinem Kopf:

 Just trust.

Ich musste ein bisschen lächeln, als ich da so ganz allein durch den zugefrorenen Wald gestolpert bin.
Aber sofort war mir klar, dass die Worte ein Geschenk an mich waren, und zwar eines, das nicht allein für diesen Spaziergang gedacht war -wir sind heil wieder zu Hause angekommen, der Hund und ich- , sondern ein Geschenk für das Neue Jahr. Eine Art Wort-Geländer, das mir angeboten wird, falls ich mal was zum Dran-Festhalten brauche…

Ich bin ein ängstlicher Mensch, großgeworden mit einer ängstlichen Mutter, die hinter jedem Windhauch einen aufziehenden Sturm, hinter jedem Räuspern eine schlimme Krankheit und in vielen Herausforderungen eine existenzielle Bedrohung gewittert hat. Ich mag es ihr nicht verdenken- sie wurde fast auf den Tag genau mit Kriegsbeginn geboren. Die Eindrücke und Gefühle aus dieser schrecklichen Zeit haben sie ein Leben lang begleitet und es sogar noch vermocht, einen Schatten auf das Leben ihrer Kinder zu werfen. Wiegesagt, ich bin ein ängstlicher Mensch. Sorglose Zuversicht, tiefenentspanntes Vertrauen- das gehört nicht zu meiner emotionalen Grundausstattung.

ABER:
Ich darf lernen.
Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen hat damit zu tun, dass meine ängstliche Mutter (!) mir etwas über Gott erzählt hat. Sie selbst war sich, glaube ich, nie so richtig sicher, ob sie nun wirklich an den lieben Gott glauben kann oder nicht. Sie wollte das gerne, aber oft hat ihr auch die Kraft dazu gefehlt. Wahrscheinlich dachte sie trotzdem, dass es nichts schaden kann, wenn sie mir mal die Idee vermittelt, dass es noch jemanden gibt, der über den Dingen und dieser Welt steht und der auf mich aufpassen kann.
Ohne zu zögern habe ich ihr das geglaubt. Es war mir von einer Sekunde auf die nächste klar, dass es diesen „Jemand“ gibt. Und ohne dass ich das mit meinen vier Jahren hätte in Worte fassen können, habe ich instinktiv erfasst, dass das meine Rettung ist.
Und habe Vertrauen gefasst.

Seitdem gehe ich Vertrauens-Schritte, mit Jesus an meiner Seite.
Manchmal fühlt sich das Leben trotzdem an, als wäre es eine Schlitterpartie auf Eis:
Dann frage ich mich, ob das berufliche Projekt, das ich mir für 2022 vorgenommen habe, wohl klappen wird oder ob ich mich mit dieser Idee übernehme.
Manchmal denke ich auch, dass ich nicht (mehr) nah genug an meinen Kindern dran bin, weil ich mich um so viele andere Themen kümmere.
Natürlich bete ich auch viel zu wenig, viel weniger, als ich eigentlich möchte. Wird Gott sich trotzdem um all meine Anliegen kümmern und werden meine Kinder trotzdem alles haben, was sie brauchen, besonders im Glauben???
Im Fragen und Zweifeln war ich schon immer gut.

Aber, ha! Ich hab ja jetzt ein Wort-Geländer:

Just trust,

halte ich mir selbst und meinen Fragen entgegen, weil es so schön eingängig ist und sich reimt.
Mehr Gelassenheit einüben.
Nicht einfach Nichts-Tun, aber vertrauen, dass es nicht allein auf mein Tun ankommt, sondern dass ich ja noch jemanden habe, der auf mich, meine Liebsten und die Welt aufpasst.

Heute habe ich im Gottesdienst

ein wunderschönes, bewegendes Zeugnis gehört.
Ein Ehepaar, beide Mitte bzw. Ende 80, haben aus ihrem Leben erzählt. Sie hat davon berichtet, dass sie einmal in große Sorge wegen ihrer Tochter war. Als sie dann für ihr Kind gebetet hat, hat sich die Situation verändert und sie war so überwältigt von Dankbarkeit, dass sie zu Gott gesagt hat:

Du darfst Dir alles von mir wünschen, was Du willst“.

Selbst ein wenig erschrocken über dieses kühne Gebet, hat sie kurz darauf klar und deutlich eine Stimme gehört, so als sei noch eine andere Person im Raum:

„Vertraue mir“, hat die Stimme gesagt.

Just trust.
Mein Geländer für 2022.

Foto: Heiko Stein, pixabay

Anker im Advent- Teil 24

Vollkommen geliebt

von Barbara

Das ist unser großes Missverständnis,
Dass wir denken,
wir müssten mehr sein,
um genug zu sein:

reicher
schöner
besser
klüger

als wir selbst es sind
oder die anderen.

Dabei ist es ganz anders.

Nimm Deine Krone ab
und leg sie ins staubige Stroh.
Mach dich klein,
so, dass Du das Baby dort siehst.
Und wenn Du dann im Herzen gebeugt bist
vor deinem Gott:

So wie Du bist,
bist Du vollkommen geliebt
und vollkommen genug.

Foto: stock snap, pixabay

Anker im Advent- Teil 23

2 G D Plus

von Barbara

Mit den zwei oder drei G´s sind wir inzwischen gut bekannt.
Aber hier soll nicht der Ort sein, um über Coronamaßnahmen zu sinnieren oder gar zu diskutieren.
Deshalb schreibe ich lieber über eine andere, nämlich meine ganz persönliche Abkürzung für diesen Advent:

2 D plus

Und das ist damit gemeint:

1. D für Dankbarkeit

Ich bin dankbar, dass ich Mitstreiterinnen habe, im Leben ganz allgemein, aber bei diesem Adventsblog im Besonderen. Ohne Jule, Swantje und Susi hätte es den „Anker im Advent“ nicht gegeben. Ich freue mich so, dass Ihr mitgedacht, mitgeschrieben und mich ermutigt habt, die Idee gemeinsam umzusetzen. Mir hat es Freude bereitet, und ich hoffe, Euch auch 😉.

2.D für Demut
Das zweite D steht für Demut.
Ich fühle mich beschenkt und bereichert durch die Gedanken und Worte der anderen Frauen, die hier mitgemacht haben.
Es macht mich demütig, zu sehen bzw. zu lesen, was sie an Erfahrung und Inspiration eingebracht habe, die ich nicht gehabt hätte. Sie haben den „Anker“ besser gemacht.

Zum Schluss noch das „Plus“:
Ein ziemlich schlauer Mensch, nämlich Aristoteles, hat einmal gesagt:

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Das stimmt.
Wenn Menschen etwas gemeinsam tun, entsteht eine Dynamik, die wieder neue Kreativität und neue Ideen hervorbringt.
Das ist das Geheimnis des Lebens, das wieder neues Leben hervorbringt.
Das ist das Geheimnis von Gott.

-Was sind Deine „D“s?
Hast Du auch Grund zu danken oder Anlass zur Demut?
Oder fühlst Dich sogar im Plus??? Das wäre ganz besonders schön.

Morgen findet Ihr hier das letzte Mal einen Anker.
Aber vielleicht gibt´s ja im neuen Jahr eine neue Idee.
Ich freue mich herzlich über jede Person, die mitgelesen oder einfach mal vorbeigeschaut hat und wünsche Euch jetzt noch gute Nerven und natürlich viel Vorfreude bei Euren Festvorbereitungen.

Seid gesegnet und lieb gegrüßt von
Jule, Barbara, Swantje und Susi ❤

Foto: Christo Anestev, pixabay

Anker im Advent- Teil 22

Besinnung(slos)

von Barbara

Geschenke einpacken
noch mehr Lebkuchen backen
die Tischdecke plätten
die Haare glätten
Grüße an Freunde, Verwandtschaft schicken
den Weihnachtsbaum mit Kugeln schmücken
das Haus eben schnell mal schön sauber machen
für die Weihnachtsgarderobe die letzten Sachen
einfach noch kurz in der Stadt besorgen,
kein Problem, das mach ich dann morgen.
Das Kochen sollte ich nicht vergessen
-wir brauchen ein gutes Weihnachtsessen.
Der Tisch wird noch festlich und schön dekoriert,
die Weihnachtstorte mit Engeln verziert.
Die gibt´s dann zum Kaffee, ich denk` gegen vier,
es sei denn,
dass ich bis dahin –
den Verstand verlier…

Mein Kopf ist so voll.
Das Herz ist leer.
Wie schön wär es doch, wenn es
andersrum wär.

Besinnliche Tage, das wünsche ich mir.
Bring mich zur Besinnung,
HERR,
bring mich zu
Dir.

Foto: Ri Butov, pixabay

Anker im Advent- Teil 21

Ich will Dich mit meinen Augen leiten

von Jule

Foto: Kanenori, pixabay


Am Ende des Strudels
wenn ich durchgerüttelt und geschüttelt werde
wenn ich weder weiß
wo oben noch unten ist

wenn ich die Kontrolle verliere
mich blamiere
und in meiner Angst schier untergeh’

Dann ist ER da
im Getose
im Chaos
im Versagen
im Kontrollverlust
am Ende des Strudels ist ER der Neuanfang
immer wieder.

JESUS

Er nimmt mich an der Hand
stütz mich
zieht mich
gibt mir Halt

Spricht
Komm’ mit mir
vertrau mir
schon oft habe ich den Sturm bezwungen

Keiner ist stärker
keiner ist größer

Ich habe die Macht den Sturm zu stillen
dich aus dem Strudel zu ziehen

Geh’ mit mir diesen Schritt hinaus
aus den Wirbeln
dem Getose
den schwindelerregenden Höhen
dem nie enden wollenden Chaos

Ein Schritt genügt
und ich zeige dir
wohin du gehen sollst

Ich will dich mit meinen Augen leiten.

Foto: Danuta Niemiec, pixabay

Anker im Advent- Teil 20

Was Gemeinschaft schafft

von Barbara

Foto: team spirit by anemone 123, pixabay

Wir sind 10 Frauen zwischen 20 und knapp 50.
Seit einigen Monaten treffen wir uns immer am Dienstagabend, um uns gegenseitig Mut zu machen.
Begonnen haben unsere Treffen, weil in unserer Gemeinde Kleingruppen angeboten werden (für ein paar Monate treffen sich Leute, die ein gemeinsames Interesse teilen und zum Beispiel zusammen spielen, Sport machen, sich über ein Buch austauschen oder zusammen kochen wollen).
In unserer Kleingruppe haben wir uns intensiv mit Inka Hammonds wunderbarem Buch „Tochter Gottes, erobere die Welt“ (SCM) beschäftigt. Wir alle haben die Sehnsucht gespürt, in eine noch tiefere Gottesbeziehung hineinzuwachsen und die Träume und Schätze zu entfalten, die Gott in uns hineingelegt hat. Nicht, damit wir uns noch besser selbst verwirklichen können, sondern damit wir wissen, wozu wir berufen sind und durch unser Tun wieder andere Menschen ermutigt und gesegnet werden.
Denn darum geht es in Inkas Buch.

Klar, dass es bei so existenziellen Themen zur Sache geht!
Verstecken ist zwecklos- dann macht die ganze Gruppe irgendwie gar keinen Sinn.
Und so tauschen wir uns Woche für Woche über ein Kapitel aus Inkas Buch aus.
Und jede Woche erzählt auch eine von uns aus ihrer Lebensgeschichte: Wie sie aufgewachsen ist, was sie geprägt hat, welche Stationen und Erlebnisse sie bis heute durchlebt hat.
Dann wird der Bogen in die Zukunft gespannt: Die Frau, die an der Reihe ist, spricht über ihre Träume und Herzenswünsche, über das, was ihr Wesen und ihre Berufung ausmacht- also zumindest so weit, wie man das immer weiß und sagen kann 😉.

Als ich an der Reihe bin, von mir zu erzählen, bin ich nervös.
Manche Bereiche meiner Lebensgeschichte halte ich lieber unter Verschluss: Es muss doch niemand erfahren, wie viele Fehler und Umwege es mich gekostet hat, um da zu sein, wo ich heute bin… Und selbst jetzt bin ich ja noch nicht mal am Ziel, habe noch so viele Bereiche, in denen ich gerne wachsen und  Früchte sehen möchte!
Trotzdem- so wie all die anderen mutigen Frauen vor mir nehme ich mir ein Herz.
Es kostet Überwindung. Und gleichzeitig spüre ich, dass es ein Befreiungsschlag sein wird.
Und so erzähle ich von allen Stationen meines Lebens (und das sind schon ganz schön viele), von meiner schwierigen Herkunftsfamilie, meiner einsamen Teenager-Zeit, meiner langen Suche nach Identität, meinem Studienwechsel und einem schmerzhaften Gemeindezerbruch. Aber ich erzähle auch davon, dass ich zu jeder Zeit Gottes Nähe gespürt habe, dass er immer dafür gesorgt hat, dass es Hoffnung gab und ich aufgefangen wurde, dass er mehrmals ganz deutlich und spektakulär eingegriffen hat und immer dann, wenn es nötig war, einen Wendepunkt eingeleitet hat.

Es ist nicht ganz leicht, sich zu öffnen, auch die schmerzhaften und verletzten Teile zu zeigen, die jeder Mensch in sich trägt und die wir doch meistens so sorgsam verstecken, um ja nicht noch einmal verletzt zu werden.
Aber umso schöner ist es, wenn Du dann erlebst, dass die Gemeinschaft Dich trägt. Dass niemand da ist, der oder die Dich wegen Deiner Fehler verurteilt oder belächelt, sondern dass Dir im Gegenteil Verständnis und Freundlichkeit, Liebe und Wertschätzung entgegenkommen.

Nicht jede Gemeinschaft gibt das her.
Meine eigene Nervosität hat mir gezeigt, dass es immer ein Risiko bleibt, das eigene Herz vor anderen Menschen zu öffnen und auch Schwachstellen zu offenbaren.
Aber wenn Du einen Menschen oder vielleicht sogar eine Gruppe von Menschen kennst, denen Du vertraust, dann gehe diesen Schritt.
Du musst auch nicht gleich alles preisgeben, was Dir schwerfällt zu sagen.
Fange vorsichtig an, und wenn der Boden trägt, dann gehe weiter.

Die Erfahrung, dass Du angenommen bist, mit allem, was Dich ausmacht, ist Gold wert.

Jetzt denkst Du vielleicht:
Schön und gut, das klingt ja nett.
Aber was hat das denn damit zu tun, die Welt zu erobern?!?

Echte, tiefe Gemeinschaft beruht auf Vertrauen.
Und sie beflügelt.
Sie gibt Rückenwind und macht es uns leichter, einen Neuanfang zu wagen oder einen Schritt zu tun, den wir zwar schon ins Auge gefasst haben, der uns aber doch auch irgendwie Angst macht. Als wir uns gegenseitig erzählt haben, was uns schon mal dabei geholfen hat, eine Sache auszuprobieren oder zu wagen, war es ganz oft eine andere Person, die uns ermutigt und uns den Zuspruch gegeben hat: „Das kannst Du. Versuch´s doch mal.“
Das sind sehr gute Voraussetzungen, um auch in Sachen Glauben und Berufung vorwärts zu gehen.

Ich bin dankbar für diese Erfahrung, dankbar für Inkas inspirierende und ermutigende Botschaft und dankbar für meine Mitstreiterinnen!
Und ich bin gespannt, wie sich all die wunderbaren Schätze, Ideen und Begabungen noch entfalten werden, die wir miteinander geteilt haben.

Das ist das Zentrum vom Traum Gottes:
Dass jeder erfährt, wie sehr er oder sie geliebt ist.


(Inka Hammond: „Tochter Gottes, erobere die Welt“, S. 143)

Foto: congerdesign, pixabay

Anker im Advent- Teil 19

So, wie ich bin

von Jule

Guten Morgen ihr Lieben, 

ich hoffe euch geht’s gut und ihr habt eine schöne Adventszeit. 🕯 

Die Corona-Krise bringt ja so einiges mit sich. Auf vieles müssen wir verzichten. Das Auffälligste und vielleicht auch besonders herausforderndste ist bzw. war der Verzicht, oder das Einschränken, der sozialen Kontakte.
In Zeiten des absoluten Lockdowns beschränkten wir uns zum größten Teil nur auf die Familie. Spätestens danach kannten wir sie in und auswendig, falls das nicht schon vorher der Fall war. Wir sahen sie ungeduscht, faltig und zerzaust, mit Pickeln und mit Mundgeruch. Mit schlabberiger Kleidung, ungeschminkt …. und einfach so, wie sie/wir sind. 

Nicht, dass wir uns nach einigen Wochen der sozialen Isolierung irgendwie hätten gehen lassen 😉- aber eine gewisse Entspannung hat eingesetzt, denn ….es kommt ja eh keiner zu Besuch, da kann die Bude auch mal aussehen, wie nach einem Wirbelsturm 🌪. 

Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, wie sehr ich mich doch öfter von den Meinungen anderer um mich herum abhängig mache oder beeinflussen lasse. 

Wie sehe ich aus? Kann ich so unter Leute? Sind die Haare gewaschen, die Haut einigermaßen ok, der Stil der Klamotten nicht aus dem letzten Jahrhundert? Kommt jemand heute zu Besuch? Was muss noch weg- und aufgeräumt werden, hab ich frische Blumen 💐 auf dem Tisch, sehen meine Kinder ordentlich aus und verhalten sich wenigstens ansatzweise so, als könne man (also andere)meinen, ich habe die Erziehung dieser Persönlichkeiten ein kleines Bisschen unter Kontrolle? …

Wie gut ist es doch bei all dem zu wissen, dass wir Gott, so wie wir sind, genug sind. Er findet uns gut, mit fettigen Haaren und ungeschminkt, wenn wir durch unseres häusliches Chaos stapfen oder unsere Kids uns auf die Palme bringen. 🏝

Gott hat jede von uns wunderbar und einzigartig gemacht! Er mach keine Fehler! Er findet uns gut und liebt uns! Das dürfen wir glauben! ❤️

Habt einen schönen Tag! 

(Ich muss jetzt mal frühstücken und die Kleinste der Dreien unter Kontrolle bringen 🦸🏼‍♀️)

Anker im Advent- Teil 18

Schubladen

von Jule

Foto: stock snpa, pixabay

Ich liebe Ordnung.
Am liebsten wäre es mir, unser Haus sei jeden Tag sauber und ordentlich, es stünden möglichst wenig Spielsachen auf dem Boden und ich müsste nicht gefühlt mindestens 100 x am Tag den Besen schwingen.
Als wir unser Haus planten, träumte ich von einem Tresen in der Küche, auf dessen
Holzarbeitsplatte nicht mehr zu finden sei als schöne Deko und ein paar Blumen.
Ganze 10 Jahre später werde ich immer wieder (schelmisch) von meinem Schwager daran erinnert, dass dieser Zustand bis jetzt (noch) nicht eingetreten ist. Stattdessen türmen sich Blätterstapel, … ich glaube, sie haben irgendetwas mit Rechnungen zu tun,… gebastelte Unikate meiner Kinder und Krimskrams, bei dem ich schon lange aufgegeben habe, eine sinnvolle Zugehörigkeit zu Irgendetwas zu finden.
Ok, ich gebe zu: Wenn man durch unser Haus streift, dann sieht es auf den ersten Blick recht aufgeräumt aus. Eben so, wie es mit 3 Kinder und Hund aussehen kann.
Allerdings muss ich feststellen, dass ich nicht nur zum Züchten wichtiger Blätterstapel neige, sondern auch zum Verstecken von bedeutenden kleinen Kleinigkeiten in Schubladen.
Oh ja, ich liebe Schubladen und Schranktüren! Das wissen aber nicht viele. …
Die Schubladen unseres Sideboards im Wohnzimmer sind besonders wichtig für mich.
Dort leben, neben Aufklebern, Geolino-Heften, Pixi-Büchern, mini kleinen Lego- oder
Playmobilaccessoires (keine Ahnung wo die immer her kommen), Kleinigkeiten aus Holz, Radiergummis und äußerst wichtigem Ü-Eier- Zubehör, auch kleine süße Staubmäuse.
Immer, wenn mir ein immens wichtiges Dingsbums in die Hände fällt, wird es früher oder später liebevoll in diese Schubladen gelegt. Dort herrscht schon lange eine ordentliche Unordnung.
Ich liebe Schubladen, weil ich darin etwas verstecken kann, damit es für die Augen anderer unsichtbar ist. Und trotzdem nervt mich dieser Stauraum, weil in ihm das absolute Chaos herrscht.

In meinen inneren Schubladen kann ich auch ganz gut Dinge verstecken. Dinge wie Hass, Trotz, Verletzungen, Missgunst, Lieblosigkeit, Überforderung, Angst, Scham, Mutlosigkeit, böse Worte und Gedanken und vieles mehr.
Sie sind zwar für manches Auge nicht sichtbar und doch sind sie da. Eben gut versteckt.
Für Jesus besteht immer die Möglichkeit des Hineinschauens in meine inneren Schubladen.
Er weiß um das Chaos in ihnen, er weiß um den Inhalt. Er weiß darum, dass immer wieder neue, kleine oder größere Kleinigkeiten in ihnen ihren Platz finden werden.
Er schaut jedoch nicht mit einem genervten, abschätzigen Blick hinein und denkt: „Oh man, die schafft es ja wohl gar nicht, hier mal aufzuräumen!“
Nein, sein Blick ist liebevoll und gütig. Vielleicht schmunzelt er etwas und will sagen: „Komm, meine geliebte Tochter, ich helfe dir Ordnung zu schaffen! Halte dich an meine Worte und du wirst sehen, Stück für Stück werden wir deine Schubladen ausmisten. Das Gute bleibt und das Schlechte wird weichen. Vertraue mir!“

Ich bin dankbar, Jesus an meiner Seite zu haben. Er kennt mich durch und durch. Vor ihm brauche ich mich nicht zu schämen, wenn er einen Blick in meine inneren Schubladen wirft.
Egal, was Du in Deinen Schubladen verstaust, Jesus möchte Dir beim Aufräumen helfen. Lade ihn doch mal dazu ein! Wenn Du magst, sprich dieses Gebet einfach mit:

„Jesus, danke, dass Du mich kennst!
Du liebst mich ohne Bedingungen.

Bitte hilf mir und schenke mit Ordnung im meinen inneren Schubladen.
Sodass alles weichen muss, was mich von dir trennt.
Fülle Du den Stauraum auf, mit Liebe, mit Güte, mit Mut und Freiheit.
Danke, dass ich Dich immer wieder einladen kann und es Dir niemals zu mühselig ist.
Amen!“


Für die Schubladen und Schranktüren unseres Sideboards habe ich noch keine Lösung gefunden. Vielleicht werden sie noch ein paar Jahre den Inhalt bewahren und an die trubeligen Kinderjahre in unserem Hause erinnern. Dieser eben gedachte Gedanke zaubert mir ein wehmütiges Lächeln ins
Gesicht, … denn die Kinder werden sowieso viel zu schnell groß!

Foto: M W, pixabay

Anker im Advent- Teil 17

Josefstag
Oder: Der unscheinbare Held

von Barbara

Foto: privat

Ich bin am Namenstag des Heiligen Josef geboren. Das weiß ich, weil mein Vater aus einer streng katholischen Familie stammt, in der solche Heiligen-Tage sogar wichtiger als der eigene Geburtstag waren. Dass ich nicht Josefine heiße, liegt an meiner Mutter, aber das ist eine andere Geschichte und gehört nicht hierher.

Josef.
Über ihn wird wenig gesprochen an Weihnachten.
Er hat einen dekorativen Platz in jeder Krippe, meist etwas nach hinten gerückt, aber natürlich noch deutlich vor Ochs und Esel. Oft hält er eine Öllampe in der Hand und sorgt so dafür, dass das Jesuskind ins rechte Licht gerückt wird. 
Josefs Part in der (Weihnachts-)Geschichte ist ein bisschen undefinierbar, ist doch die Rolle des Vaters bei Jesus schon ziemlich prominent besetzt und lässt wenig Raum für weitere Heldenfiguren.

Trotzdem finde ich, dass Josef einer ist, also ein Held.
Warum?
Ein Held ist jemand, der das Richtige tut, selbst wenn es mit Widerstand, Gefahr oder persönlichen Nachteilen verbunden ist.

Josef erfährt von Marias Schwangerschaft noch bevor ihm im Traum ein Engel erscheint.
Er könnte diese Schwangerschaft seiner Verlobten zum Anlass nehmen, um ihr eine große Szene zu machen, sie mit Vorwürfen zu überhäufen und in seiner Kränkung an ihr Rache zu nehmen. Für einen Mann in der damaligen Zeit wäre es ein Leichtes gewesen, Marias Namen in den Schmutz zu ziehen und sie für alle Zeiten gesellschaftlich zu brandmarken. Beim Vater der zukünftigen Braut hätte er sicher eine finanzielle oder materielle Entschädigung verlangen können. In den Umständen, in denen sich Maria befand, wäre ihre Familie leicht erpressbar gewesen.
Abwegig wäre das alles nicht gewesen: Viele Menschen, die sich in ihrem Stolz oder ihrem Recht verletzt fühlen, werden wütend oder suchen Vergeltung. Ich glaube, wir alle haben das in unseren eigenen Herzen auch schon gespürt.

Wie erstaunlich ist es da, dass Josef einen ganz anderen Weg wählt:

Josef war ein Mann, der sich an Gottes Gebote hielt, er wollte Maria aber auch nicht öffentlich bloßstellen. So überlegte er, die Verlobung stillschweigend aufzulösen.
(Matthäus 1,19)

Dieser Entschluss verrät sehr viel über Josefs Herz und lässt mich staunen über diesen Mann:
Kein böses Wort, keine Szene, kein Rachefeldzug.
Er selbst, Josef, würde sich höchstwahrscheinlich zum Gespött der Leute machen: Gerade noch verlobt- jetzt von der Zukünftigen scheinbar hintergangen und womöglich bald allein, ganz ohne Braut…
Trotzdem wählt er einen leisen Abschied, der es Maria erlauben soll, ihr Gesicht zu wahren und für das Ungeborene da zu sein.
So etwas bringt nur fertig, wer lieben und verzeihen kann.

Noch während er darüber nachdachte, erschien ihm im Traum ein Engel des Herrn und sagte: »Josef, du Nachkomme von David, zögere nicht, Maria zu heiraten! Denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn zur Welt bringen, den sollst du Jesus nennen (›Der Herr rettet‹). Denn er wird die Menschen seines Volkes
von ihren Sünden befreien. (…) Als Josef aufwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm aufgetragen hatte, und heiratete Maria.
(Matthäus 1, 20.21.24)

Josef wird also doch noch in Gottes Pläne eingeweiht.
Und er nimmt die große Verantwortung an, die ihm aufgetragen wird. Von dem Moment an, als der Engel ihm in Traum erscheint, wird er wie ein Vater für Jesus sorgen.

Foto: Andreas Böhm, pixabay

Alles an Josefs Verhalten zeigt: Er ist integer, vertrauenswürdig, treu.
Ein Mann von Charakter. Ja, sogar ein Held.

Charakter fällt nicht einfach vom Himmel und ist dann da.
In hunderten und tausenden von kleinen Entscheidungen wird er geformt, an unzähligen Weggabelungen kann er sich bewähren und wachsen.

Von diesem wenig beachteten Helden kann ich lernen, im Verborgenen, in meinen eigenen vier Wänden und in meinem Herzen gute Weichen zu stellen:
Wie gehe ich heute mit meinen Kindern um? Barmherzig oder schroff?
Kann ich mich bei ihnen entschuldigen, wenn ich ungeduldig und laut geworden bin?
Wie begegne ich meinem Ehepartner? Habe ich Verständnis, Respekt und Aufmerksamkeit für ihn/ für sie oder hat sich über die Jahre so etwas wie Gleichgültigkeit eingeschlichen?
Nehme ich mir Zeit, wenn mich jemand um Hilfe bittet oder sehe ich nur meine eigenen To Do´s?
Bin ich bei der Arbeit freundlich, professionell und beherrscht und zu Hause launisch und gereizt?
Schreibe ich viele fromme Worte in meinem Blog und führe ein Leben, das sich hauptsächlich um mich dreht?

Bei mir gibt es noch ausreichend Spielraum, meinen Charakter zu trainieren.
Ich hoffe und bete, dass ich dranbleiben kann.

Oft treffe ich noch die falschen Entscheidungen.

Aber, hey, es gibt Hoffnung: Schließlich wurde ich am Josefstag geboren…🤣


Anker im Advent- Teil 16

Einmal Liebe bitte.

von Jule

Foto: Jessica Kwok, pixabay

Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.” 

Und somit wäre eigentlich alles klar. Ist doch easy! Nicht so viel Angst haben, sondern viel Power, unendlich viel Liebe 💕 versprühen und in jeder Lebenslage besonnen reagieren. Punkt. Aus. So ist es …. 

NICHT! Zumindest nicht bei mir. 

Letzte Woche war ich unendlich müde und abgeschlagen, erschöpft und k.o.. Vielleicht lag es am Wetter, vielleicht am wenigen Schlaf 😴 oder an meinen Kindern… oder an allem. 

Ja, als Mama hat man nicht nur einen Job, sondern gleich gaaaanz viele. Ich bin der Wecker, nachdem mich mein eigner gerade aus dem Tiefschlaf gerissen hat,… Köchin, Putzfrau (aber ich habe auch eine ganz tolle, die mich beim Chaosüberwinden unterstützt 😊), Leherin (aber wirklich nur leihenhaft) Sängerin (mehr schlecht als recht 😉)Geschichtenerzählerin, Künstlerin (zumindest wenn es um Strichmännchen geht), Krankenschwester und Frisörin 😅(noch reicht es meinen Kindern, welche Frisuren ich ihnen schneiden kann), …. ja, Erzieherin bin ich auch, wobei ich wirklich weiß, dass es da bessere als mich gibt. 🤷🏼‍♀️ Und ein kleines „Taxi-Unternehmen“ leite ich im Übrigen auch noch nebenher. 

Oft fehlt mir am Tag die Kraft immer wieder Streitigkeiten zu schlichten, Sachen vom Boden aufzuheben, Kinderfinger abzuwischen, Fußball im Garten zu spielen, … 

Und ich merke auch an einigen Stellen, dass mir die Liebe fehlt. Meist merke ich es erst viel zu spät, dann nämlich, wenn ich genervt bin und wegen Kleinigkeiten schimpfe. Wenn meine Kinder mir nichts recht machen können. Dann fehlt mir die Liebe 💖 und auch die Besonnenheit. 

Wenn ich dann abends zur Ruhe komme und auf dem Sofa sitzend meinen Tag Revue passieren lasse, überlege ich, woran es lag. 

Lag es am Stress, daran, keine Minute alleine sein zu können, noch nicht einmal auf der Toilette 🚽? Liegt es an meiner Vergangenheit? An dem, wie ich erzogen und aufgewachsen bin? Hatte ich früher ein “schlechtes” Vorbild? Oder liegt es daran, dass ich mich selbst nicht geliebt und wertgeschätzt fühle, weil ich, die Mama, hier im Haus 🏠 alles wie selbstverständlich erledige? 

Egal, woran es liegt, meist können wir die Umstände oder unser Gegenüber nur schwer ändern. … Aber wir können uns ändern! Gottes Zusage gilt für uns, er LIEBT uns! Unendlich, ewiglich, 100%ig! 

Er gibt uns den Geist der Liebe❤️, der Kraft 💪🏼 und der Besonnenheit. Auch wenn wir uns nicht danach fühlen, so gilt diese Zusage trotzdem, immer, ewig, 100% ig! Wir können ihn immer darum bitten, dass er uns dies mehr spüren lässt.

Ich will es in den nächsten Tagen jedenfalls versuchen! 

Einen ganz lieben Gruß an euch!