Die Unwahrscheinlichen

Rebekka D Herz Blatt Schatz

Quelle: Rebekka D, pixabay

An manchen Tagen fühle ich mich unwahrscheinlich:
Unwahrscheinlich müde. Unwahrscheinlich ungeduldig. Unwahrscheinlich gereizt und unausgeglichen.

An diesen Tagen passiert es mir, dass ich auf meine Lebensbaustellen blicke und mich frage, ob ich sie jemals werde abschließen können. Für negative Botschaften, die sich in meinem Innern abgelagert haben, bin ich dann außerordentlich empfänglich und verwende sie gegen mich selbst. Die Palette reicht von „schlechteste Mutter aller Zeiten“ über „lausige Hausfrau“ (wenn der Satz“ Deine Mutter kann nicht kochen“ noch im Umlauf wäre, hätten es meine Kinder nicht leicht…) bis hin zu „der Lack ist ab“. Mein beruflicher Werdegang erscheint mir dann bei Weitem zu unspektakulär. Und meinen Garten sehe ich vor meinem geistigen Auge bereits von Schlinggewächsen überwuchert. Mit anderen Worten: Ich empfinde mich und mein Leben als unvorzeigbar und unzulänglich.
Dass ich dem Standard von Egal-Wem auch nur annähernd entsprechen könnte, erscheint mir an diesen Tagen- genau: völlig UNWAHRSCHEINLICH.

Für mich und alle anderen, die ihre blinden Flecken nur allzu gut kennen, gibt es eine gute Nachricht. Wir mögen in unseren eigenen Augen manchmal wie hoffnungsvolle Fälle aussehen. Aber das ist gar nicht so schlimm, wie wir denken.
Denn Gott sieht das alles ganz anders.
Gott hat eine Schwäche für das Schwache.
Warum Er das tut, können wir nur erahnen, aber Er sucht sich für seine Vorhaben häufig genau die Kandidaten aus, die nach unseren menschlichen Maßstäben als erste wieder von der Liste gestrichen werden würden:

Gideon ist ein Schisser und wird trotzdem siegreicher Kriegsherr (Richter 6 – 8).

Mose ist nicht wortgewandt und/oder hat einen Sprachfehler. Trotzdem wird er zum Führer der Nation (2.Mose 6).

Die Hirten von damals haben einen Broterwerb, der sie selbst zu schwarzen Schafen macht. Gott schickt seinen Engel zu ihnen und lässt sie die ersten sein, die den Heiland mit eigenen Augen sehen (Lukas 2).

Die Frau am Brunnen ist aus der Dorfgemeinschaft ausgestoßen. Aber Gott beruft sie, um ihrem ganzen Ort ein Zuhause zu geben. (Johannes 4)

Paulus wird von blindem Hass zur tiefsten Liebe und Hingabe bewegt. (Apostelgeschichte 9)

Der Verräter Petrus bekommt eine zweite Chance und wird zum Vater im Glauben. (Matthäus 16 und 26; Johannes 21)

Und schließlich- der Advent steht vor der Tür- wird eine mittellose, junge Frau aus einem unbedeutenden Vorort unverhofft schwanger und bringt den Sohn des Höchsten zur Welt.
(Lukas 1)

Unwahrscheinlich?
Ja.
Aber irgendwie ein wiederkehrendes Muster…

Nein, mein Leben wird kein biblisches oder episches Ausmaß erreichen. Darauf kommt es auch nicht an.
Es kommt darauf an, dass ich meine -tatsächlichen oder eingebildeten- Unzulänglichkeiten in die Gegenwart Gottes bringe. Denn mich tröstet zu wissen, dass bei Gott nicht nur die gesehen werden, die sowieso schon alles auf der Reihe haben, die (scheinbar) perfekt und ohne Macken sind und denen schon immer auf Anhieb alles gelungen ist. Falls es diese Sorte Mensch überhaupt gibt, ist sie mir unsympathisch natürlich bei Gott genau so geliebt und willkommen!

Das wahre Wunder entfaltet sich für mich aber dort, wo Gott mich mitsamt meinen Schwächen umarmt, sich mit mir in meinem Scherbenhaufen niederlässt und anfängt, aus all den Bruchstücken etwas Neues zu bauen.
Für mich mag das auf den ersten Blick nicht schön, großartig oder bedeutsam aussehen. Ich werde mich dabei vielleicht auch nicht schlagartig siegreich, heldenhaft und rundum-erneuert fühlen. Aber wenn ich Ihn machen lasse, dann ist Gott am Werk, sogar in meiner Baustelle.
Das ermutigt mich unwahrscheinlich!

„Our most meaningful purpose can be found exactly in our most painful brokenness.”

(Ann Voskamp in: “The broken way”)

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Quelle: Manfred Antranias, pixabay

Ein anderes Lied

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bild: publicdomainpictures/pixabay

Verstohlen räumst Du Deine Puppensachen weg, Auch die Puzzles und Lego-Sets. Dein Lieblings-T-Shirt wird aussortiert. Es passt Dir nicht mehr. Und ist auch nicht hip.
Schon lang spielt bei Dir eine andre Musik: die Müllerbauers & Co haben ihren Auftritt gehabt. Aber jetzt hält Justin Bieber die Top Ten Deiner Playlist besetzt. Dein Nagellack leuchtet in schrillen Farben, die Kleidung ist cool, die Stimmung wechselt und was ich sage, das nervt Dich zumeist.
Manchmal, aber nur manchmal, kehrst Du noch zurück in das frühere Land, kletterst aufs Holzpferd, reitest Galopp, sitzt auf der Schaukel und fliegst in die Luft, blätterst in einem Buch aus dieser anderen Zeit,
die Kindheit heißt und
deren letztes Kapitel Du gerade schreibst.

Und was mache ich dabei mit meinem Mutterherz, das plötzlich schwer wird und den Takt nicht mehr kennt?
Ich frage:

War es genug?
Genug
heiße Schokolade an Wintertagen
Antworten auf eine Milliarde von Fragen
Tobezeiten mit Kissenschlacht?
habe ich genug wieder gut gemacht?
Haben wir genug
Geschichten gelesen
ist genug Zeit zum Kuscheln gewesen?
Haben wir oft genug in die Sterne geschaut
Und genügend Burgen in den Sand gebaut?
Haben wir lange und laut gelacht
Waffeln gebacken, Blödsinn gemacht?
Haben getanzt und sind barfuß gegangen
und haben probiert, den Wind zu fangen
Hast Du gespürt, wie sehr ich Dich mag
Wusstest Du es jeden einzelnen Tag
Gab es genügende Luftballons
Schokoladeneis und Erdbeerbonbons
Haben wir oft genug Leben geteilt
gefeiert, versöhnt, im Moment verweilt
Sind wir oft genug im Park gewesen
und haben Kastanien aufgelesen
Habe ich all Deine Lieder gesungen
und alle Monster unter Deinem Bett bezwungen?

War es genug?
Wird das Licht Deiner Kindheit Dir leuchten
Wirst Du gerne zurückkommen in Gedanken und einen Ort der Geborgenheit finden?
Genug, um zu wissen, wo Du stehst, wo Dein Weg verläuft und die Grenze zwischen Böse und Gut?
Wirst Du wissen, wo Deine Heimat liegt?
Und wirst Du
weiter den suchen, der Dir alles gibt?

Ich lasse Dich ziehen und ich gehe noch mit.
Es ist nicht das Ende. Nur ein anderes Lied.

Neuland, die zweite

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„Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden.“
(Psalm 16,6)

Vor etwas mehr als anderthalb Jahren habe ich unter dem Titel „Neuland“ ein paar Gedanken gepostet.  Es kommt bei mir nicht so häufig vor, dass ich etwas habe, was man einen prophetischen Eindruck nennt. Bei diesem Text hatte ich aber das starke Empfinden, dass nicht ich mir diese Überschrift ausgedacht hatte, sondern dass  Gott mir dadurch etwas sagen wollte.
Tatsächlich haben dann die vergangenen 18 Monate unglaublich viel Neues mit sich gebracht- für einen stetigen, eher gemütlich getakteten Menschen wie mich mehr als genug!!!
Hier die Kurzversion:

Haus gekauft
umgezogen (aber gleiche Stadt)
renoviert (okay, in Teilen)
neuen Job angefangen
Schilddrüse rausoperiert
jüngstes Kind eingeschult
und dann -an dieser Stelle verbietet sich der Telegrammstil- habe ich im Frühjahr meine Mutter verloren (davon handeln meine beiden letzten posts).

Uff.
Vielleicht ganz gut, dass ich im Vorfeld nicht wusste, was da tatsächlich alles auf mich zukommt. Sonst hätte das ein kleines bisschen einschüchternd wirken können. Das Wort „Neuland“ hätte dann wohl eher bedrohlich als elektrisierend geklungen.
Nun hoffe ich, dass sich das Lebenstempo wieder ein bisschen reduziert und ich aus dem Schleudergang zu einer etwas geringeren Drehzahl finde. „Soaken statt Schleudern“ wäre mal wieder schön, um im Waschmaschinen-Jargon zu bleiben…

Jetzt will ich aber gar nicht länger rumjammern, sondern lieber danken für all das Gute, in das ich da hineingeschleudert wurde:

Einfach dankbar bin ich für unser neues Zuhause. Nicht zu klein, nicht zu groß, gerade richtig. Auch für meinen Vater, der sonst alleine leben müsste, haben wir noch Platz für eine extra Wohnung im Haus.
Eine Stadtvilla haben wir nicht, aber wir wohnen stadtnah. Ein stylishes Architektenobjekt haben wir auch nicht,  dafür aber ein schmuckes Häuschen, nette Nachbarm in Reichweite und das Naturschutzgebiet gleich um die Ecke. Wenn ich stadtwärts radel, freue ich mich, wie schnell ich mitten im Geschehen bin. Und wenn ich nach Hause fahre, wird es mit jedem Straßenzug etwas ruhiger und grüner. Hier fühle ich mich wohl und daheim, angekommen.
Danke, Jesus, für dieses Geschenk. Das ist echt lieb von Dir.

Dann die Arbeit. Was habe ich mir für Knoten in mein Gehirn hineingedacht und für Anläufe genommen! Fast hätte ich schon wieder das Handtuch geworfen und angefangen, kleinere Brötchen zu backen. Und jetzt gehöre ich zu einem tollen Team aus Therapeutinnen, die alle mit lernschwachen Kindern arbeiten und dabei ganz unterschiedliche Zugänge nutzen. Ich kann Schulkinder ermutigen, ihnen Hilfestellung beim Lesen und Schreiben geben, sie spielerisch fördern und ihnen manchmal ein kleines bisschen von meiner Liebe zu Wörtern und Sprache vermitteln. Cool ist das.
Ich freu mich Jesus. Danke. Das ist echt lieb von Dir.

Und schließlich der Schulanfang meiner Jüngsten (bei sowas werden ja selbst die stärksten Muddis schwach):
Eine Bilderbucheinschulung bei strahlendem Sonnenschein, eine nette Klasse, ein freundlicher und kreativer Klassenlehrer, ein erfahrener und humorvoller Schulleiter und mittendrin  (m)eine motivierte Erstklässlerin, die nach Schulschluss, wenn sie auf den Hof gerannt kommt, übers ganze Gesicht strahlt und nur so übersprudelt vom Erlebten. Dank der Geschwister kann sie schon einigermaßen lesen, und ich hoffe, dass ich  vor lauter Begeisterung darüber nicht ihr ganzes Zimmer mit Büchern vollstopfen werde (diese Gefahr ist real!).
Schön, dass sie so einen guten Start haben durfte. Ich freue mich darüber. Vielen, vielen Dank, Jesus.

Es erfüllt mich immer wieder mit Staunen und Ehrfurcht, wenn ich merke, dass Gott wirklich zu mir redet, sich wirklich interessiert und sich echt jetzt kümmert. Tatsächlich fühlt es sich so an, als ob er mich augenzwinkernd in die Seite geknufft und zu mir gesagt hätte: „Hey, Du, übrigens, ich hab da noch was für Dich! Das war noch nicht alles.“
Obwohl nicht jeder Tag in den letzten Monaten ein ausgesprochener Glückstag war und ich auch manchmal mit meinen Kräften ans Limit gerate, habe ich doch mehrmals gedacht: Gott, warum? Womit habe ich das verdient? Warum geht es mir so gut und warum darf ich das alles erleben? Oft stelle ich die Warum-Frage  in Zeiten der Krise und Dürre. Man kann sie aber durchaus auch mal umdrehen und andersrum betrachten…

Selbst in den traurigen Veränderungen kann ich mich dafür entscheiden, Gott zu suchen. Manchmal findet man ihn auch dort:
Meine Mutter ist gegangen.
Aber ihre Tränen sind getrocknet, ihre Sehnsucht gestillt,  ihr Leben erlöst.
Auch wenn dieser Gedanke irgendwie merkwürdig ist und meinem Herzen noch fremd:

Wer weiß, ob das nicht am Ende der größte Neuanfang ist von allen…

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„Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden.“
(Psalm 16,6)

Seid gesegnet mit gutem Land, in das Gott Euch hineinführen möchte!
Es grüßt Euch ganz herzlich

Barbara

Gottes Hauptbeschäftigung

 

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Bild: pixababy Foto von monfocus

 

Nach zwei oder drei hektischen und turbulenten Wochen (ich sage nur: Schuljahresende…) habe ich endlich mal wieder ein bisschen länger Zeit, um mit Jesus auf unserem Sofa zu sitzen. Innerlich fühle ich mich total ausgetrocknet und denke, dass sich meine Pflanzen wahrscheinlich öfter so fühlen müssen. Ich merke, dass ich ganz, ganz dringend eine Portion Stille und ein Gespräch mit Gott brauche. Sonst werde ich immer unleidlicher, nörgeliger und ungenießbarer für meine Umgebung. Und genau das kann ich selbst überhaupt nicht an mir ausstehen.

Dann die Trauer. Sie kommt und geht und erwischt mich manchmal ganz unvermittelt und heftig: Wenn ich in der Küche stehe und Kuchen backe zum Beispiel.
Die Leidenschaft fürs Backen habe ich von meiner Mutter geerbt. Auch ihren Perfektionismus. Der war schuld daran, dass ich häufig nicht mithelfen durfte, sondern nur zugeschaut habe, wie sie die Zutaten verrührt und dann später ihr Backwerk kunstvoll verziert hat.
Selbst wenn die Erinnerung dadurch etwas eingetrübt ist, bleibt sie trotzdem wertvoll für mich. Und ich weiß, dass all die Macken und Unzulänglichkeiten, mit denen wir uns selbst und anderen manchmal im Weg stehen, im Himmel keine Rolle mehr spielen werden. Wir werden so sein, wie Gott uns schon immer gedacht hat. Meine Mama ist ihren Hang zu Kontrolle und Perfektion jetzt los. Wenn ich sie wiedersehe, werden wir uns einfach nur in den Armen liegen und darüber lachen.
Bis dahin wird der Duft von frisch gebackenem Kuchen mich wohl immer an sie erinnern und mir schmerzlich bewusst machen, dass sie für mich erst einmal unerreichbar bleibt.

Manchmal -so wie jetzt- fällt es mir sehr leicht, an den Himmel und das Wiedersehen zu glauben. Und manchmal kratze ich mühsam das letzte bisschen Vertrauen zusammen, das ich habe, um es der Macht des Todes entgegenzuschleudern. Gott weiß das. Und ich glaube, dieses Bisschen reicht ihm.

Ich habe eingangs so nonchalant geschrieben, dass ich mich endlich mal wieder mit Gott bei uns im Wohnzimmer treffen möchte, aber eigentlich ist es doch so, dass das auch nicht immer einfach hinhaut. Manchmal komme ich innerlich nur sehr schwer zur Ruhe und kann mich kaum für fünf Minuten auf irgendetwas konzentrieren. Zu dicht getaktet sind im Alltag die Verpflichtungen und Termine, als dass ich kurz mal eben in zwei Minuten runterfahren und mich dann schlagartig in heilige Stille versenken könnte.
Und auch über Gottes Reden kann ich nicht verfügen. Manchmal bete ich und habe dabei trotzdem das Gefühl, dass ich eigentlich ein Selbstgespräch geführt habe. Scheinbar keine Resonanz und kein Anzeichen von Gottes Nähe, obwohl ich doch „alles richtig“ gemacht habe…?!?

Aber heute ist das anders. Vom ersten Moment an spüre ich die Wärme, die mir entgegenschlägt, spüre, dass ich nicht alleine im Raum bin und dass mein Singen, meine Worte und auch mein Schweigen Anklang finden. Jesus macht mir das als besonderes Geschenk und versichert mir, dass er da ist, dass er meine Situation sieht und kennt.
Genau das wünsche ich mir auch in meinem ausgetrockneten Innersten: Gesehen zu werden, mit meiner Trauer, meinem Verlust, meinem Ausgelaugt-Sein.
Heute spüre ich, dass Gott mich sieht. Ich glaube, dass er weiß, wann wir ihn wirklich dringend brauchen, und dass er sich dann auch zeigt, manchmal sogar ganz nahe und fast unverhüllt.
Den ganzen Abend lang fühle ich mich wieder so, als ob Gott persönlich mich in eine warme Decke aus Liebe einhüllen würde. Das tröstet mich.

Als ich meine Bibel App öffne, lese ich da weiter, wo ich zuletzt stehen geblieben bin, nämlich im Epheserbrief. Schon eine Weile lese ich in der “Message”, weil diese Bibelübersetzung- wenn auch sehr frei- mir einen neuen Blick auf scheinbar altbekannte Texte schenkt.
Und da lese ich so einen wunderschönen Satz, dass ich ihn einfach nicht für mich behalten kann:

Mostly what God does is love you.
(Epheser 5, 1)
Ist das schön…!
Ich lasse es mir auf der Zunge und im Herzen zergehen.
Hauptsächlich ist Gott damit beschäftigt, Euch zu lieben.

Gott liebt Dich und mich so sehr, dass er damit voll und ganz beschäftigt ist.
Die meiste Zeit des Tages verbringt Gott damit, uns zu lieben.
Er kann nicht anders, er will nicht anderes. Er hat es sich selbst so ausgesucht.

Heute Morgen war ich bei einem Frauenfrühstück in der Nachbarschaft eingeladen.
Eine der Frauen ist kürzlich Mama geworden. Man konnte sehen, dass sie verliebt in ihr Baby ist. Sie hat es nicht aus den Augen gelassen, es unentwegt angelächelt und sich ihrem Kind beim kleinsten Anzeichen von Unruhe zugewandt. Sie konnte und wollte auch nicht anders, als für ihr Baby zu sorgen und ihm ihre Liebe und Fürsorge zu zeigen (naja, okay, zwischendurch mal ungestört vom Nutellabrötchen abzubeißen hätte sie wahrscheinlich auch nicht schlecht gefunden 😉).
Aber diese strahlende, unbedingte Art von Liebe versprüht Gott pausenlos.
Sein Angesicht leuchtet über Dir und mir.
Er kann seine Augen nicht von Dir lassen.

Mostly what God does is love you.

Kein Kontrollzwang. Kein Perfektionsanspruch. Keine Checklisten. Keine Verdammnis.
In der Hauptsache Liebe.

Das tut gut.
Da kann meine Seele auftanken und aufblühen.
Für heute ist mein Durst gestillt.

 

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Bild: pixabay Foto von Norbert Waldhausen

Abschiedsschmerz und Hoffnungszeichen

flower-1812470_1280Bild von Michael Schwarzenberger/pixabay

Ihr Lieben,

nicht ganz überraschend, aber am Ende doch überraschend schnell habe ich im letzten Monat meine Mutter verloren.

Sie war schwer krank, hatte aber bis vor wenigen Wochen noch die Zusage der Ärzte, dass es einige Therapieansätze geben würde, die ihr wahrscheinlich helfen und ihre Lebensspanne verlängern würden.
Zu diesen Behandlungen ist es nicht mehr gekommen. Eine zu spät diagnostizierte Lungenentzündung hat sie -zusammen mit anderen Komplikationen- so sehr geschwächt, dass sie vor fünf Wochen gestorben ist.

Hier sitze ich nun und kann diese Tatsache kaum fassen.

Gott hat in den letzten Tagen noch viel Gnade geschenkt: gute Worte, liebevolle Gesten, gemeinsame Gebete.
Und doch hatte sie körperlich einen harten Kampf zu kämpfen, bis sie dann gehen durfte.

Nicht umsonst gibt es den Ausdruck“ Hinterbliebene“. Ich fühle mich allein gelassen, traurig und innerlich ganz wund.  Nicht alle offenen Fragen ihres Lebens konnte meine Mutter noch klären, nicht alle Spannungen, Versäumnisse und Konflikte lösen.
Obwohl (oder vielleicht auch gerade weil) wir am Ende zu einem innigen Verhältnis gefunden haben und unser Abschied ein herzlicher war, wünschte ich mir, dass ich noch Zeit mit ihr verbringen könnte.
Die Tatsache, dass ich sie nicht mehr anrufen kann, keine Briefe und Karten mehr von ihr bekommen werde, ich ihr vieles nicht mitteilen konnte, was sie vielleicht getröstet hätte, ist sehr schmerzlich.
Wer immer von Euch schon eine geliebte Person verloren hat, kann das wahrscheinlich nachempfinden. Es entsteht eine Lücke, die nicht geschlossen werden wird. Ich vermisse meine Ma und kann nichts, aber auch gar nichts unternehmen, um etwas daran zu ändern. Es gibt Momente, da denke ich, dass ich die Ohnmacht und die Trauer gar nicht aushalten kann.

Gleichzeitig ist da noch etwas anderes.
In den Tagen, in denen meine Mutter im Sterben lag und auch noch in den Tagen danach hat Gott mich in eine Decke aus Gnade und Liebe gehüllt. Das klingt kitschig, aber genau so hat es sich angefühlt.
Für Außenstehende hört sich vielleicht vieles unverständlich oder unscheinbar an, was ich erlebt und wahrgenommen habe. Aber für mich waren es Fingerzeige Gottes.
In dieser verletzlichen und ahnungsvollen Zeit, so kurz, bevor jemand diese Welt verlässt und an einen Ort geht, den wir nicht kennen, scheint die unsichtbare Wand zwischen Leben und Tod durchlässiger zu werden. Kann auch sein, dass ich nur besser hingehört habe als sonst und meine Sinne für Gottes Reden geschärft waren:

Göttliches Timing
Gott hat mir und ich glaube auch meiner Mutter einen Herzenswunsch erfüllt: Obwohl ich 750km von dem Wohnort meiner Eltern entfernt lebe, konnte ich in ihren letzten Tagen bei ihr sein. Dreimal habe ich in kurzen Abständen die 1500km zurückgelegt. Mit jedem Mal wurde meine Mama schwächer. Bei meinem letzten Besuch hatte ich das Gefühl, in einem Wettlauf mit der Zeit zu stehen. Während ich im Zug saß, war mein ständiger Gedanke: Werde ich es schaffen? Bin ich rechtzeitig genug, um meine Mutter noch lebend zu sehen?
Ich habe es geschafft.  Oder vielmehr: Gott hat es geschafft. Er hatte mir vorher schon gesagt, dass Er das richtige Timing kennt. Unterwegs mit der Deutschen Bahn wurde mein Vertrauen auf eine harte Probe gestellt- aber Gott hat Wort gehalten.

Übergabegebet
Meiner Mutter ist es ein Leben lang schwergefallen, anderen Menschen zu vertrauen und sich anderen anzuvertrauen. Im Rückblick ist es so, als ob mir Schuppen von den Augen fallen und ich die Puzzlestücke ihrer Lebensgeschichte plötzlich zusammenfügen kann. Ich erkenne, weshalb sie bestimmte Entscheidungen getroffen hat und andere nicht. Ich erkenne, was sie geprägt und was sie belastet hat.
Und weshalb sie es auch bis zum Schluss schwer hatte, sich Jesus anzuvertrauen.
Dennoch- und das bleibt:
Wir haben gebetet.
Sie hat den Schritt getan und Jesus ihr Leben gegeben.

Zweimal in kurzen Abständen hat Gott mich auf die Bibelstelle in Lukas 23 aufmerksam gemacht, auf jenen Moment, wo Jesus schon am Kreuz hängt und neben ihm die beiden Verbrecher. Der eine lästert- der andere betet: „Wirst Du an mich denken, wenn Du in Dein Himmelreich kommst?“.
Ihr kennt die Antwort von Jesus: „Noch heute wirst Du mit mir im Paradies sein.“

Meine Ma kann kein christliches Bilderbuchleben vorweisen. Kein Jüngerschaftstrainingsprogramm. Keine Mitarbeit in einer Gemeinde. Kein Hauskreis. Nicht mal Kirchenchor.
Nur ein winzig kleines Pflänzchen Glauben, das da und dort zum Vorschein kam, angefochten und verzagt, und von dem ich doch denke, dass Jesus es liebevoll angeschaut und zu meiner Mutter gesagt hat: „Noch heute wirst Du mit mir im Paradies sein.“

Liebe
Wie selten zuvor hat die plötzliche dramatische Wende am Ende ihres Lebens die Familie zusammengebracht. In den letzten Tagen vor ihrem Tod war ununterbrochen jemand von uns bei ihr. Es gab gute und intensive Gespräche. Keine allumfassende Aufarbeitung und Versöhnung- dazu hat dann doch die Kraft gefehlt. Aber Nähe und Fürsorge und Wertschätzung.

Als meine Mutter schon tot ist, denke ich: Wozu eigentlich das Ganze? Wie viele Abschiede werde ich noch verkraften müssen? Was ist denn bitteschön der Sinn des Lebens, wenn alles vergänglich ist und wir am Ende alles verlieren?
Fast im gleichen Moment bekomme ich eine Antwort. Sie ist nicht vollkommen und allumfassend, aber für mich passt sie, hier und jetzt, auf der Palliativstation im Sterbezimmer:
Liebe.
Die Liebe gibt allem einen Sinn. Die Liebe hat immer Kraft. Die Liebe ist nie umsonst. Sie geht nie zu Ende.
Und die Liebe, der ich glaube, ist sogar stärker als der Tod.
Wenn ich liebe- mich selbst, meine Familie, meine Freunde, meinen Nächsten, Gott- dann bin ich im Zentrum meiner Bestimmung. Ich werde straucheln und scheitern dabei, aber ich möchte dieses Ziel nicht aus den Augen verlieren.

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Bild von Christian Fraaß/pixabay

Meine Mutter ist gestorben.
Ich glaube, sie ist im Himmel, auf einer Blumenwiese, weil sie Blumen so sehr mochte.
Als sie ihren letzten Atemzug getan hat, möchte ich für mich selbst ein Zeichen setzen. Ich setze mich noch einmal neben sie. Dann höre ich Matt Maher zu, wie er singt:

 „Christ is risen from the dead, trampling over death by death
Come awake, come awake, come and rise up from the grave.
Christ is risen form the dead, we are one with him again,
Come awake, come awake, come and rise up from the grave.

Oh, death, where is your sting
Oh, hell, where is your victory
Oh Church, come stand in the light
The glory of God has defeated the night”

(Matt Maher, Christ is risen)

Bald werde ich dieses Krankenhauszimmer, wo jetzt nur noch ihre Hülle liegt, verlassen und meine Mutter erst im Himmel wiedersehen.
Aber ich nehme etwas mit von hier, was ich längst wusste und was ich gerade neu lerne:

Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und die Liebe.
Von diesen dreien ist die Liebe das Größte.
(1. Korinther 13, 13)

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Bild von cocoparisienne/pixabay

And the winner is…

Danke Euch allen für die rege Teilnahme an der Verlosung!

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Mein herzlicher Glückwunsch geht an die Gewinnerin

Beate aus Tremsbüttel

Ich wünsche viel Freude am Baby und am Paket ;)!!!

Und Ihr, die Ihr nicht gewonnen habt: Seid nicht traurig. Gott hat genug für uns alle und wird Euch ein anderes Segenstürchen öffnen.

Schaut mal wieder vorbei!

Blessings, Barbara

 

 

Verlosung Baby-Paket der Zeitschrift „Family“

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Juhuu- Ihr werdet Eltern oder seid sogar schon in der glücklichen Lage, dass Ihr Euer Baby im Arm halten, bewundern und knuddeln könnt!
Herzlichen Glückwunsch zu diesem wunder-vollen Geschenk!!!

Ein kleines Geschenk gibt es in den nächsten beiden Wochen auch auf meinem Blog zu gewinnen: Ich freue mich darüber, dass ich das neu aufgelegte und frisch designte „Baby-Paket“ der Zeitschrift „Family“ vorstellen und verlosen darf (die Teilnahme ist ganz einfach – alle Infos dazu findest Du weiter unten).

Gerne möchte ich Euch einen Eindruck geben, was dieses „Baby-Paket“ alles für Euch bereithält und wie es Euch helfen kann,

besondere Momente zu bewahren,
wichtige Entwicklungsschritte zu datieren,
selbst Kraft zu tanken und ermutigt zu werden
und Gott im Familienalltag zu erleben.

Segen und Zuspruch
Das Paket enthält ein Poster mit einem Bibelvers als Zuspruch  und Ermutigung für Euer Kind ( und auch für Euch ;-):


Glaubenshilfe und Praxistipps
Ihr bekommt ein „Family Baby Special“, d.h. eine extra Ausgabe, die sich besonders an frisch gebackene Eltern richtet und Themen aufgreift, die vor allem junge Familien beschäftigen.
Zusätzlich enthält das Babypaket ein Jahresabo für die Zeitschrift „Family“, so dass Ihr ein Jahr lang gehaltvollen Input rund um Glauben und Familie bekommt.

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Erinnerungen schaffen
Besonders schön finde ich die im Paket enthaltenen „Erinnerungskarten“:
Zu verschiedenen Entwicklungsschritten, Meilensteinen und besonderen Ereignissen gibt es eine extra Karte, auf der das jeweilige Datum eingetragen werden kann. So kannst Du zum Beispiel festhalten, wann Dein Baby zum ersten Mal gelächelt hat, wann es sich das erste Mal gedreht hat, wann es seinen ersten Zahn bekommen hat oder welches Spielzeug Dein Kind besonders gerne mag.
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Den Blick auf das Positive lenken
Toll finde ich das kleine „Danke-Tagebuch“, das mit zum Baby-Paket gehört.
Das abgedruckte Danke-Alphabet lädt ein, den Blick bewusst auf die schönen, freudigen und gelungenen Zeiten des Familienalltags zu lenken. Für eigene Einträge und Dank-Listen ist dann auch reichlich Platz auf den folgenden Seiten
(kleine Anmerkung: das Danke-Tagebuch ist eher ein schmales Heft, das auf recht dünnem Umweltpapier gedruckt ist  -> also  Schutzhülle organisieren 😊).

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Mir persönlich gefällt das Baby-Paket inhaltlich und auch optisch ausgesprochen gut und ich bedauere es, dass ich bei der Geburt unserer Kinder noch nichts davon wusste…Wenn Du Lust hast, auch bald ein solches Paket in Deinem Briefkasten zu finden, dann schreibe mir eine Email an:

mutterherzblog@gmx.de

mit dem Betreff „Verlosung Baby Paket“.
Teilnahmeschluss ist der 17.05.2019.
Unter allen eingegangenen Email-Zuschriften werde ich dann eine Adresse auslosen.
Wer von Euch gewonnen hat,  werde ich am 19.05.2019 auf diesem Blog bekanntgeben (Vorname und Wohnort).

Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Gewinnen und in jedem Fall eine segensreiche Zeit mit Deinem Baby!!
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Hier noch das Kleingedruckte:
Teilnehmen können alle, die ihren Wohnsitz in Deutschland, Österreich  oder der Schweiz haben und die mit der Weitergabe Ihrer Postanschrift an den Bundesverlag (Hrsg.  der Zeitschrift „Family“) einverstanden sind. Von dort wird das Babypaket zugeschickt.

Datenschutz: Eure Daten werden nur zum Zweck der Verlosung vorgehalten und danach sofort gelöscht.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Bei Vorliegen wichtiger Gründe behalte ich mir in Absprache mit dem Bundesverlag vor, das Gewinnspiel außerordentlich zu beenden.