Archiv für den Monat Dezember 2018

For a child has been born…

 

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Foto: pixabay

… for us!

The gift of a Son- for us!
He´ll take over the running of the world.

His names will be:

Amazing Counselor

Strong God

Eternal Father 

Prince of Wholeness.

(Isaiah 9, The Message)

 

Geht gesegnet von diesem Gott in ein fröhliches und gutes neues Jahr!
Liebe Grüße, viel Frieden und Freude wünscht

Barbara

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Foto: pixabay

 

(Nicht) Ganz normal

 

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Eine so lange Funkstille ist sogar bei Mutterherz ein bisschen ungewöhnlich…
Jetzt, wo ich nach langer Zeit endlich wieder etwas schreibe, merke ich im Nachhinein, dass ich tatsächlich wie gelähmt und unfähig war, irgendwelchen Gefühlen oder Gedanken Ausdruck zu verleihen (zumindest, was den Blog betrifft!). Ja – ohne dass ich das gleich durchschaut hätte, hatte ich eine handfeste Schreibblockade.

Bedingt war diese innere Lähmung durch eine ziemlich schwere Zeit, die meine Familie im Frühjahr durchgemacht hat.
Auch hier und heute kann ich nicht viel von unseren Erlebnissen preisgeben und nur andeutungsweise sagen, dass es unserem Sohn in dieser Phase sehr schlecht ging. Autismus und Schule vertragen sich nicht immer so gut…

Stundenlang habe ich in dieser Zeit geweint und gebetet, stundenlang bei meinem Kind gesessen, gefragt, getröstet, mit den Tränen gekämpft oder einfach mit ihm geschwiegen.
Die Psalmen wurden zu meinem stärksten Halt – ich hatte vorher keine Ahnung, welche Kraft und Tiefe in diesen uralten, existenziellen Gebeten steckt. Sie geben keine schnellen Antworten, sie nehmen keine Abkürzung, sie nehmen Dich mit ins tiefe Tal und auf eine wundersame Weise, die nur in Gottes Wesen und in seiner Gegenwart begründet ist, tragen sie Dich auch wieder nach oben zum Gipfel hinauf.
An jedem einzelnen Tag in diesen Wochen wusste ich: Meine Hände sind absolut leer. Ich habe nicht die Macht, eine komplette Schule zu verändern. Ich habe nicht die Macht, das Herz auch nur eines einzigen Menschen zu wenden. Ich habe nur eine einzige Chance:

Jesus.

Auf Englisch würde ich jetzt schreiben: „And He showed up.“

Er ist auf die Bildfläche getreten.
Er hat zugehört.
Er hat mir Lieder und Bibelworte geschenkt, die mir geholfen haben, weiter zu beten.
Er hat mir Leute über den Weg geschickt, die mich ermutigt haben. Und das hat besonders stark gewirkt, weil diese Menschen aus dem Ausland in unserer Gemeinde zu Gast waren und von meiner Not nicht die geringste Ahnung hatten.
Er hat mir Beterinnen an die Seite gestellt, die Worte gefunden haben, wenn ich gerade keine hatte.
Und als ich verzweifelt um meinen inneren Frieden und mein Vertrauen in Gott gerungen habe, hat er mir durch einen Traum neuen Mut gemacht und mir gezeigt, dass ich durchhalten kann.

Hier und heute sieht alles ganz anders aus:
Mein Sohn geht inzwischen auf die weiterführende Schule.
Vom ersten Tag an habe ich dort zugewandte und verständnisvolle Lehrer getroffen. In der Klasse herrscht ein freundliches Miteinander. Was ich zuvor nur durch zähes Nachfragen, Bitten und Erklären nach Wochen erreichen konnte, scheint jetzt fast eine Selbstverständlichkeit. Mein Kind wird gesehen, gemocht und gefördert, geht morgens wieder ohne Sorgen und Bauchschmerzen zur Schule und kommt müde, aber meistens guter Dinge nach Hause (okay, das variiert je nach Menge der Hausaufgaben…). Statt einer Welle des Frustes standzuhalten, die mir sonst beim Nachhause-Kommen entgegenschlug, muss ich jetzt nur noch die Frage beantworten: „Was gibt es zum Mittagessen?“.
Mit dieser Frage kann ich umgehen, und das, obwohl ich keine besonders gute Köchin bin…

Es tut gut, mir diese Wende vor Augen zu halten. Wie sehr habe ich im Frühjahr gewünscht, dass mir jemand die Last von den Schultern nimmt und ich wenigstens ahnen kann, dass am Horizont ein Silberstreif auftaucht. Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, dass sich über Nacht alles ändert und die Welt am nächsten Morgen wieder in Ordnung ist. Folgende Unterhaltung hat sich in dieser Zeit zwischen meinem Mann und mir abgespielt:

Ich: „ Oh Mann, das ist so schwer gerade. Glaubst Du, das Leben wird wieder normal irgendwann?“
Mein Mann: „ Ähm, Schatz- das hier gerade, das ist das normale Leben.“
Ich: „Scheiße.“

Mein schlauer Ehemann hatte höchstwahrscheinlich recht mit seiner nüchternen Analyse.
Und trotzdem hat Gott sich über alle Maßen erbarmt.
Liebevoll hat er dafür gesorgt, dass mein Kind in ein neues, gutes Umfeld gelangt. Fast kommt es mir so vor, als hätte er die Menschen um meinen Sohn herum handverlesen, um ihn über die schweren Enttäuschungen im Frühjahr hinweg zu trösten. Welch großer Trost und welch Erleichterung auch für mein Mutterherz.

Es ist gut, mich an dieses Wunder zu erinnern, es anzuschauen und im Bewusstsein zu haben. Zu oft und zu schnell vergesse ich sonst, was Gott tut.

Und was wir für „normal“ halten, ist oft gar nicht normal, sondern die reinste Gnade:

Was für ein Geschenk, die eigenen Kinder fröhlich zu sehen.
Was für ein Geschenk, wenn freundliche Menschen da sind, die uns verstehen.
Was für ein Geschenk, wenn wir unbeschwerte Tage haben und zusammen lachen können.
Was für ein Geschenk, wenn wir einfach sein dürfen und nicht kämpfen müssen.
Was für ein Geschenk, dass Gott mich hört.

Heute schaue ich hin, schaue weg vom Berg der Arbeit und betrachte sie staunend:
meine Geschenke.
Danke!

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