Archiv für den Monat September 2015

Mein Dank-Tank

Das Wochenende ist fast vorueber.
Und mein Dank-Tank ist voll.
Inmitten einer stressigen Lebensphase hat Gott mir eine Oase der Ruhe, Freude, Schoenheit und Dankbarkeit geschenkt, die ich hier mit Euch teilen moechte.

Erstens aus einem ganz egoistischen Motiv, naemlich um mich selbst an all den vielen kleinen Wochenend-Geschenken zu freuen und sie fuer mich zu konservieren.
Und zweitens, weil ich hoffe, dass Ihr vielleicht von meiner kleinen Dankes-Feier mit angesteckt werdet und Euren eigenen Dank-Tank mit guten Erinnerungen fuellt.

Aaaaalsoo:

– Das Wetter war schoen. Nach vielen kuehlen und wolkigen Tagen hier oben an der Waterkant ein echter Segen fuer mein sonnenhungriges Herz.

– Dennis hat sich mit vollem Einsatz bei der Apfelernte engagiert. 10 Kisten Aepfel stehen jetzt in unserer Garage und warten darauf, in Apfelkuchen, Apfelmus und Apfelsaft verwandelt zu werden. Wir sind nicht die typischen Obst- und Gemuesegaertner und haben –auch bedingt durch unsere vielen Umzuege- noch nie besonderes viel Zeit in Gartenarbeit investiert. Jetzt diesen ueppig beladenen Baum von seinen Fruechten zu befreien und eine ueberreiche Ernte einzufahren ist fuer uns ein neues und richtig gutes Gefuehl. Segen zum Anfassen!

– Besonders schoen dabei: Wir haben –oder vielmehr: Dennis hat- gemeinsame Sache mit unseren Nachbarn gemacht. Weil das Nachbargrundstueck auch einen Apfelbaum hat, haben die beiden Maenner die Leiter und die Arbeit geteilt. Die Kinder haben- zumindest am Anfang :-)- auch noch fleissig mitgemischt. Und so wurde aus einer anstrengenden Aktion eine gemeinsame Sache zweier Familien nach dem Motto: geteilte Arbeit, geteilter Ertrag!

– Ueberhaupt sind wir ueber alle Massen dankbar fuer unsere gute Nachbarschaft. Wovon ich immer getrauemt habe, ist Wirklichkeit geworden: Im Haus nebenan wohnen jetzt nicht einfach nur Menschen, die man ab und zu sieht und die man freundlich gruesst. Im Haus nebenan wohnen Freunde. Juhu!!!! Der Nachbarsjunge versteht sich prima mit unseren Kindern. Die Altersunterschiede spielen dabei meistens keine Rolle. Solange es genuegend Platz zum Toben und eine gemeinsame Idee gibt, mischen alle mit (was nicht heisst, dass es nicht auch ab und zu knallt!). Die Maenner gehen gemeinsam laufen (oder wahlweise Obst-Ernten). Wir Frauen versuchen, den Ueberblick zu behalten, bei wem gerade welches Kind spielt, trinken eine Tasse Kaffee, verabreden uns fuers Kino und tauschen uns ueber unseren Alltag aus. Warum ich diese Art von unkomplizierter, freundschaftlicher Tuer-an-Tuer-Beziehung vorher noch nie erlebt habe, weiss ich nicht. Aber ich weiss: Sie ist Gold wert!!! Und allen von Euch, die so etwas auch erleben duerfen, moechte ich zurufen: Das ist nicht selbstverstaendlich! Das ist Segen pur!!!

– Mit Janina, die dann doch meistens an irgendeinem Punkt aus dem Spiel der Grossen aussteigt (oder aussteigen muss) habe ich Zeit und Muse zu spielen, zu lesen und zu backen. Was im Alltagsbetrieb oft zu kurz kommt, kann ich heute sogar geniessen: fuer meine Kleine da sein und ihr ein bisschen extra Zeit und Zuwendung schenken.

– Den Streit zwischen den grossen Geschwistern uebergehen wir jetzt einfach mal…

– Unser Haus nimmt allmaehlich die Gestalt eines Zuhauses an, nachdem ich mir ein Herz gefasst und endlich wieder ein paar Kisten ausgepackt habe (jaaaaa, da sind noch welche…).

– Nachdem wir uns 10 Jahre von unserer massiven Schrankwand etwas erdrueckt fuehlten, haben wir uns jetzt von diesem schweren Moebelstueck befreit und sogar einen Kaeufer dafuer gefunden. Jedes Mal, wenn ich jetzt ins Wohnzimmer komme, scheine ich aufzuatmen und mich an dem neu gewonnenen Platz zu freuen. Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht in die naechste Falle stolpere und abhaengig davon werde, neue Einrichtungsideen zu googlen. Aber erstmal freue ich mich ueber die leere Wand, die es nun zu gestalten gilt.

– Wir fuehlen uns so richtig, richtig wohl in unserer neuen Gemeinde. Wann immer ich unter der Woche an den Gottesdienst denke, steigt in mir Vorfreude auf (vielleicht liegt es daran, dass wir noch keine Mitarbeiter sind- Scherz). Es dauert zwar bestimmt noch eine Weile, bis wir dort so richtig gute Beziehungen und Freundschaften aufgebaut haben, aber wir spueren, dass dort Menschen sind, die auf der Suche nach Gott sind. Und dabei ehrlich und nahbar bleiben moechten. Das ist gut.

– Und Gott ist gut. Inmitten unserer Schwierigkeiten und Kaempfe halte ich daran fest und merke, wie daraus Kraft waechst. Dinge, die mir zu gross und zu schwer sind, erzaehle ich ihm. Manchmal unter Traenen. Ich lerne gerade, meine Trauer nicht wie einen riesengrossen, schwarzen Berg in mir aufzutuermen, sondern bei Gott abzuladen. Das passiert noch nicht automatisch. Oefters mal ertappe ich mich noch dabei, wie ich in die Endlos-Sorgen-Schleife hineingerate. Aber da ist ein zaghafter Anfang, ein erstes Umdenken, das mich in Gottes Arme statt in den Abgrund meiner Aengste fuehrt. So, wie ich es schon an anderer Stelle aus der Bibel zitiert habe:

Macht Euch keine Sorgen. Ihr duerft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was Euch fehlt, und dankt Ihm. Er wird Euch Frieden schenken, den Frieden, der all unsere Vernunft, all unser Verstehen uebersteigt und der unsere Herzen im Glauben an Jesus bewahrt. (Philipper 4, 6.7)

Danke, Gott.
Mit Dir ist gut leben.
Mit Dir ist das Leben gut.
Auch wenn nicht alles gut ist im Leben.

Viel Gutes wuenscht Euch
Barbara