Archiv für den Monat Dezember 2017

Der beste Gott

Weihnachten ohne einen post…nee, das geht einfach nicht.

Nicht, dass ich eine überwältigend neue Weihnachtsbotschaft hätte, aber Weihnachten ist einfach mein Lieblingsfest, und diese Liebe scheint im Laufe der Zeit nicht weniger, sondern mehr zu werden.

In diesem Jahr vielleicht besonders, weil ich das Mit- und Entgegenfiebern der Kinder noch selten so intensiv gespürt habe wie in den vergangenen Wochen. Alle drei hegen natürlich ihre ganz eigenen Wünsche und Erwartungen, sind mehr oder weniger gewiss, was sie unter dem Weihnachtsbaum finden werden, haben selbst ihre Geschenke schon von langer Hand geplant oder last minute besorgt, trällern das eine oder andere Weihnachtslied vor sich hin, haben die letzten Klassenarbeiten mit schon blankliegenden Nerven hinter sich gebracht und wollen nur noch eins: Dass es jetzt endlich, endlich losgeht mit Weihnachten (okay, das Krippenspiel muss halt auch noch über die Bühne gebracht werden- im wahrsten Sinne des Wortes!!). Weihnachten hoch drei. Diese gespannte Erwartung steckt an!

Mag sein, dass auch meine Kindheitserinnerungen an Weihnachten mit der Zeit nostalgischer werden. Nicht immer war alles rosarot in meiner Kindheit. Aber eines war meine Mutter ganz bestimmt: Eine Weihnachtskünstlerin. Sie hat es verstanden, dieser Zeit eine zauberhafte, geheimnisvolle, feierliche Note zu verleihen, hat mit Hingabe gebacken, mit Liebe Geschenke ausgewählt, das Haus geschmückt, Geschichten erzählt und in meinem Herzen eine vorfreudige Erwartung geweckt, die ganz sicher viel mit Geschenken zu tun hatte, die aber auch auf irgendetwas Größeres gedeutet hat. Weihnachten war die Zeit von Lebkuchenduft, von Wunschzetteln, von Liedern und von Goldstaub- aber auch eine Zeit von Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass alles irgendwie gut werden wird, dass die Familie zusammenrückt, dass uns das Fest verbinden wird und wir alle zusammen glücklich sein werden.

Mein Mann hat es nicht leicht in dem Ganzen. Während seine Mutter – bei sonst klarem Verstand und gutem Geschmack- einen relativ stark ausgeprägten Weihnachtsmann-Tick hat und in der Adventszeit kaum eine Ecke in ihrer Wohnung zu finden ist, die nicht von einem rot gekleideten, dicken Mann mit weißem Bart geschmückt wird, bin ich ein Weihnachtsmusik- Junkie.
Begonnen hat alles ganz harmlos mit einer einzelnen Weihnachts-CD, die mir mal – ich glaube sogar versehentlich- von einer Mitarbeiterin im Bibelladen ausgehändigt wurde. „Hark, the Herold Angels sing“, „Mary, did you know“, „Winter Wonderland” und “Oh come, all ye faithful” reichten aus- und es war mit mir geschehen. Ich hatte mich verliebt- in die großen Emotionen der englischen Weihnachtslieder- Tradition. Und glaubt mir- das hört man…! Bis kurz vor dem ersten Advent halte ich meist durch. Aber wenn es dann darum geht, mit dem Plätzchenbacken zu beginnen und den Adventskalender zu füllen, dann gibt es kein Halten mehr. Und dann hört man sie wieder im ganzen Haus singen: Casting Crowns und Colton Dixon und Mandisa und wie sie alle heißen, und sie singen davon, dass Jesus geboren ist, dass die Freude jetzt bei uns einzieht, dass die Engel anbeten oder auch, dass die Glöckchen klingen und der Schnee fallen soll (es kann ja nicht immerzu so tiefgründig zugehen).

Das alles sind schöne Seiten der Weihnachtszeit (also, zumindest für mich 😉).
Aber sie erklären noch nicht vollständig meine große Liebe zu diesem Fest.
Ihr wisst es natürlich schon und es ist sicher auch in Euren Herzen lebendig: Je länger, je mehr freue ich mich über Jesus. Dass ich seine Geburt besser verstehe als früher, das ist es wohl nicht. Aber ich glaube, die Liebe wird mehr. Und sie kommt nicht von mir.
Selbst wenn ich nicht mit Gott unterwegs wäre- ich würde die Weihnachtsgeschichte einfach glauben wollen. Sie ist so anders, so überraschend, so berührend und so schön. Gottes Wesen drückt sich so einzigartig in der Geburt dieses Kindes aus, dass mein Herz dabei einfach warm wird und schmilzt (und wer jetzt meint, dieser Satz kommt nur von einer Überdosis Weihnachtsmusik, hat nur zum Teil recht…).

Gottes Güte- sein freundliches, liebevolles Wesen- leuchtet darin auf. Und es zeigt mir, dass meine Mutter recht hatte mit ihrer Weihnachtshoffnung: Es gibt diesen Ort und diese Zeit, wo wir die Annahme, Liebe, Geborgenheit und Gemeinschaft finden, die unser Herz sucht. Es gibt dieses Heil und dieses Zuhause. Tannenzweige und Kerzen, schöne Geschenke und gefühlvolle Lieder, Weihnachtsschmuck und Weihnachtgebäck deuten darauf hin. Aber die Erfüllung liegt woanders.
Sie liegt mit Jesus in der Krippe.
Er ist der beste Gott, den ich mir vorstellen könnte. Ich möchte zu keinem anderen gehören.

In all dem Trubel, der heute herrschen wird, will ich mich daran erinnern. Mein Gott ist der Gott, der sich für nichts zu schade ist. Er ist so vollkommen, dass er sich vollkommen klein macht für mich.  Und trotzdem ein König bleibt:

Denn uns ist ein Kind geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt! Er wird die Herrschaft übernehmen. Man nennt ihn „Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Ewiger Vater, Friedefürst.“ (Jesaja 9,5)

Merry, merry Christmas und viel Weihnachtshoffnung wünscht Euch von Herzen

Barbara

 

Foto: pixabay