Neuland, die zweite

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„Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden.“
(Psalm 16,6)

Vor etwas mehr als anderthalb Jahren habe ich unter dem Titel „Neuland“ ein paar Gedanken gepostet.  Es kommt bei mir nicht so häufig vor, dass ich etwas habe, was man einen prophetischen Eindruck nennt. Bei diesem Text hatte ich aber das starke Empfinden, dass nicht ich mir diese Überschrift ausgedacht hatte, sondern dass  Gott mir dadurch etwas sagen wollte.
Tatsächlich haben dann die vergangenen 18 Monate unglaublich viel Neues mit sich gebracht- für einen stetigen, eher gemütlich getakteten Menschen wie mich mehr als genug!!!
Hier die Kurzversion:

Haus gekauft
umgezogen (aber gleiche Stadt)
renoviert (okay, in Teilen)
neuen Job angefangen
Schilddrüse rausoperiert
jüngstes Kind eingeschult
und dann -an dieser Stelle verbietet sich der Telegrammstil- habe ich im Frühjahr meine Mutter verloren (davon handeln meine beiden letzten posts).

Uff.
Vielleicht ganz gut, dass ich im Vorfeld nicht wusste, was da tatsächlich alles auf mich zukommt. Sonst hätte das ein kleines bisschen einschüchternd wirken können. Das Wort „Neuland“ hätte dann wohl eher bedrohlich als elektrisierend geklungen.
Nun hoffe ich, dass sich das Lebenstempo wieder ein bisschen reduziert und ich aus dem Schleudergang zu einer etwas geringeren Drehzahl finde. „Soaken statt Schleudern“ wäre mal wieder schön, um im Waschmaschinen-Jargon zu bleiben…

Jetzt will ich aber gar nicht länger rumjammern, sondern lieber danken für all das Gute, in das ich da hineingeschleudert wurde:

Einfach dankbar bin ich für unser neues Zuhause. Nicht zu klein, nicht zu groß, gerade richtig. Auch für meinen Vater, der sonst alleine leben müsste, haben wir noch Platz für eine extra Wohnung im Haus.
Eine Stadtvilla haben wir nicht, aber wir wohnen stadtnah. Ein stylishes Architektenobjekt haben wir auch nicht,  dafür aber ein schmuckes Häuschen, nette Nachbarm in Reichweite und das Naturschutzgebiet gleich um die Ecke. Wenn ich stadtwärts radel, freue ich mich, wie schnell ich mitten im Geschehen bin. Und wenn ich nach Hause fahre, wird es mit jedem Straßenzug etwas ruhiger und grüner. Hier fühle ich mich wohl und daheim, angekommen.
Danke, Jesus, für dieses Geschenk. Das ist echt lieb von Dir.

Dann die Arbeit. Was habe ich mir für Knoten in mein Gehirn hineingedacht und für Anläufe genommen! Fast hätte ich schon wieder das Handtuch geworfen und angefangen, kleinere Brötchen zu backen. Und jetzt gehöre ich zu einem tollen Team aus Therapeutinnen, die alle mit lernschwachen Kindern arbeiten und dabei ganz unterschiedliche Zugänge nutzen. Ich kann Schulkinder ermutigen, ihnen Hilfestellung beim Lesen und Schreiben geben, sie spielerisch fördern und ihnen manchmal ein kleines bisschen von meiner Liebe zu Wörtern und Sprache vermitteln. Cool ist das.
Ich freu mich Jesus. Danke. Das ist echt lieb von Dir.

Und schließlich der Schulanfang meiner Jüngsten (bei sowas werden ja selbst die stärksten Muddis schwach):
Eine Bilderbucheinschulung bei strahlendem Sonnenschein, eine nette Klasse, ein freundlicher und kreativer Klassenlehrer, ein erfahrener und humorvoller Schulleiter und mittendrin  (m)eine motivierte Erstklässlerin, die nach Schulschluss, wenn sie auf den Hof gerannt kommt, übers ganze Gesicht strahlt und nur so übersprudelt vom Erlebten. Dank der Geschwister kann sie schon einigermaßen lesen, und ich hoffe, dass ich  vor lauter Begeisterung darüber nicht ihr ganzes Zimmer mit Büchern vollstopfen werde (diese Gefahr ist real!).
Schön, dass sie so einen guten Start haben durfte. Ich freue mich darüber. Vielen, vielen Dank, Jesus.

Es erfüllt mich immer wieder mit Staunen und Ehrfurcht, wenn ich merke, dass Gott wirklich zu mir redet, sich wirklich interessiert und sich echt jetzt kümmert. Tatsächlich fühlt es sich so an, als ob er mich augenzwinkernd in die Seite geknufft und zu mir gesagt hätte: „Hey, Du, übrigens, ich hab da noch was für Dich! Das war noch nicht alles.“
Obwohl nicht jeder Tag in den letzten Monaten ein ausgesprochener Glückstag war und ich auch manchmal mit meinen Kräften ans Limit gerate, habe ich doch mehrmals gedacht: Gott, warum? Womit habe ich das verdient? Warum geht es mir so gut und warum darf ich das alles erleben? Oft stelle ich die Warum-Frage  in Zeiten der Krise und Dürre. Man kann sie aber durchaus auch mal umdrehen und andersrum betrachten…

Selbst in den traurigen Veränderungen kann ich mich dafür entscheiden, Gott zu suchen. Manchmal findet man ihn auch dort:
Meine Mutter ist gegangen.
Aber ihre Tränen sind getrocknet, ihre Sehnsucht gestillt,  ihr Leben erlöst.
Auch wenn dieser Gedanke irgendwie merkwürdig ist und meinem Herzen noch fremd:

Wer weiß, ob das nicht am Ende der größte Neuanfang ist von allen…

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„Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden.“
(Psalm 16,6)

Seid gesegnet mit gutem Land, in das Gott Euch hineinführen möchte!
Es grüßt Euch ganz herzlich

Barbara

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